Wie oft denken wir:
„Das mache ich später.“ „Im Moment hab ich dafür keine Kapazitäten.“ „So schlimm ist es ja nun auch wieder nicht.“ „Ich schaff das schon, ich muss nur noch ein bisschen durchhalten.“
Diese Sätze sind wie kleine Beruhigungspflaster, die wir uns selbst aufkleben, damit wir nicht zu tief hinschauen müssen. Damit wir nicht fühlen müssen, was eigentlich längst ruft. Damit wir jetzt nichts ändern müssen.
Doch was, wenn du gar nicht mehr so viel Zeit hast, wie du denkst. Wie würdest du dann deinen Tag verbringen? Wie würdest du dann dein Leben gestalten?
Als ich an Brustkrebs erkrankte, wurde mir notgedrungen bewusst: Unsere Lebenszeit ist das Kostbarste, was wir haben. Und sie findet immer im JETZT statt. Nicht gestern. Nicht morgen. Jetzt.
Dieses Bewusstsein hat mein Leben verändert, meine Ziele im Großen und meinen Alltag im Kleinen. Und das hat nichts mit einer Bucket List zu tun oder mit Projekten.
Es geht um die Haltung: radikales ohlàlà statt solala.
Diese Haltung will ich Dir und am liebsten der ganzen Welt vermitteln. Es muss schließlich nicht jede erst krank werden für diese Erkenntnis!
Gut, denkst Du jetzt vielleicht, aber WIE soll das gehen? Wie soll ich mir meine Lieblingsleben in der Praxis gestalten? Und schon geht das Gedankenkino los, gell?
Ich sage Dir: WIE ist die falsche Frage!
Simon Sinek sagt: „Start with why.“ Melanie Ann Layer sagt: „Ask why, not how.“ Und ich sage: Das Warum ist der Kompass deines Lieblingslebens.
„Hat das Warum ein Herz, bekommt das Wie Beine.“ steht nicht umsonst auf der Pinnwand hinter meinem Schreibtisch.
Der menschliche Verstand liebt das Wie, denn es ist konkret, kontrollierbar, messbar. Es hält uns beschäftigt aber nicht unbedingt erfüllt.
Das Warum dagegen führt uns nach innen. Es zwingt uns zu dieser stillen, manchmal unbequemen Begegnung mit uns selbst. Denn manchmal kommt etwas heraus, was Veränderung bedeutet, und die wollen wir manchmal vermeiden…
Wenn dein Warum aber groß genug ist, verbringst du mühelos dein gesamtes Leben damit, das Wie zu erkunden. Das Wie wird dann nicht mehr zur Hürde, sondern zum Abenteuer.
Deshalb habe ich heute eine Mini-Übung für Dich
Nimm dir einen Moment und schreibe folgenden Satz auf:
„Lebe Dein Leben so, wie Du es im Rückspiegel als Dein absolutes Lieblingsleben betrachten willst.“
Und jetzt frage dich: Wie?
Beobachte, was passiert. Welche Gedanken kommen? Welche To-dos? Welche Hürden und Widerstände? Welche Strategien?
Und nun: Ersetze „Wie“ durch „Warum?“
Was passiert in deinem Körper? Spürst du einen Unterschied? Prickelt es ein bisschen? Fühlst du mehr Weite?
Nimm Dir bewusst und in Ruhe Zeit und höre auf die Gedanken, die Dir kommen.
Das Warum öffnet, während das Wie in vordefinierte Bahnen lenken will. Das Warum verbindet dich mit deiner Essenz, das Wie verbindet dich mit deiner To-do-Liste. Wenn dein Warum groß genug ist, wird das Wie sich zeigen. In kleinen Schritten, in großen Sprüngen, in Glitzersocken.
PS. Manchmal ist es leichter, gemeinsam auf die Suche zu gehen. Wenn Du den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, lass‘ uns quatschen. Buch Dir einen Platz in meinem Kalender!