Rückspiegel des Lebens: Wie du Entscheidungen bewusst triffst und dein Lieblingsleben gestaltest

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Was hier so urig nach Bayern aussieht, war in Wahrheit der Beginn meiner großen Liebe zu Frankreich.

Disneyland Paris. Direkt nach dem Abi. Das Aufregendste, was mir passieren konnte.

Ich dachte: Leistungskurs Französisch – wie schwer kann das schon sein? Bis mich der erste Gast nach einer „prise“ fragte und mich entnervt beschimpfte, weil ich offenbar nie gelernt hatte, wie man auf Französisch „Steckdose“ sagt. Willkommen im echten Leben.

Seitdem weiß ich: Du kannst eine Sprache erst dann wirklich, wenn du beim Autoradio über die Witze der Moderatoren lachst.

Disney hat mir noch etwas anderes beigebracht: Customer Service ist keine Abteilung, sondern eine Haltung. Der Blick fürs Detail ist dort Teil der Magie. Und ja – ich hätte mir nie vorstellen können, dass Menschen im Urlaub so gestresst und unhöflich sein können. Besonders dann, wenn man ihnen erklären muss, dass ihr Kind zu klein für die Achterbahn ist, weil es sonst schlicht aus dem Sitz rutschen könnte. Da werden Eltern erstaunlich… kiebig.

Dort bin ich auch zum ersten Mal ernsthaft mit meiner Nationalität konfrontiert worden. Was bedeutet es, im Ausland Deutsche zu sein? Wie sehen uns andere? Was schwingt mit – aus Geschichte, aus Klischees, aus Erwartungen?

Dieses Jahr war prägend. Unglaublich lehrreich. Und sehr, sehr lustig. Der Mindestlohn erschien mir fürstlich, meine Kollegen kamen aus ganz Europa, und meine Freizeit verbrachte ich in der – objektiv betrachtet – tollsten Stadt der Welt.

Danach war klar: Was auch immer ich mache, es muss mit Frankreich zu tun haben.

Zuerst wollte ich an die Sorbonne. Dann verschlug es mich aber nach Münster und Bordeaux. Sommersemester in Bordeaux sind vielleicht nicht besonders produktiv – aber extrem lässig. Ich sage nur: Lacanau, Arcachon, Biarritz.

Und so kam es, dass das Mädchen aus der Hannover‑Südstadt auf einem Schloss bei Nantes heiratete, zwei Kinder in Paris und Annecy zur Welt brachte und heute im Herzen Französin ist.

Das Leben wird nach vorne gelebt – und rückwärts verstanden.

Genau das gilt auch für die schmerzhaften Kapitel. Für die Erfahrungen, die wir uns lieber erspart hätten. Neulich sagte eine Freundin zu mir: „Wer weiß, ob ich in ein paar Jahren nicht sagen werde, dass diese beschissene Trennung das Beste war, was mir passieren konnte.“

Diese Art von Erfahrungen meine ich.

Und ja – ich glaube daran, dass fast alles zu etwas gut ist. Weil wir daran wachsen. Oft über uns hinaus. Wenn wir beginnen, zurückzublicken – nicht analysierend, nicht mit Reue oder „was wäre wenn…“, sondern offen und staunend.

Wie ein Blick in den Rückspiegel. Der Rückspiegel deines Lebens.

Denn jede Krise, jeder Plot‑Twist, jedes ungeplante Ereignis ist auch ein Entscheidungspunkt. Vielleicht nicht im Moment selbst – aber im Umgang damit. Vieles erschließt sich erst später. Mit Abstand.

Laß uns mal ein Spiel spielen, das  „Und‑deswegen‑Spiel“.

Es geht ganz einfach: Du schaust dir dein Leben an. Einen bestimmten Abschnitt. Ein Ereignis. Und fragst dich: Was ist aufgrund dessen passiert?

Und antwortest konsequent mit: und deswegen …

Und deswegen habe ich gekündigt.
Und deswegen habe ich nochmal völlig neu angefangen.
Und deswegen musste ich mein Haus verkaufen.
Und deswegen lebe ich jetzt ganz woanders.

Meine Freundin wird vielleicht eines Tages sagen:
Und deswegen bin ich allein in den Urlaub gefahren, und deswegen habe ich einen wunderbaren Mann kennengelernt, und deswegen pendle ich jetzt zwischen Italien und München.

Wichtig ist: Diese Rückschau ist keine Reue-Show.  Die Idee ist auch nicht, alles erklären zu müssen.

Sondern einfach nur innehalten, zurückschauen, staunen.

Plötzlich siehst du sie: die Zufälle, die keine waren. Die Begegnungen. Die Umwege. Die unsichtbaren Hände. Das fein verwobene Netz aus Synchronizitäten, das dich getragen, geformt und vorbereitet hat.

Und wenn diese Erkenntnis nicht nur im Kopf ankommt, sondern dich mitten ins Herz trifft – dann geschieht noch etwas:

Dankbarkeit vertieft sich.
Wahrnehmung verschiebt sich.
Zeitlinien ordnen sich neu.

Was sich einst schmerzhaft, zufällig oder vollkommen falsch anfühlte, offenbart sich plötzlich als: richtig, sinnvoll, notwendig, Tritt in den Hintern… you name it.

Eine Mentorin von mir nennt das „atemporale Kohärenz“ – ein verkörpertes Wissen, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einer unsichtbaren Verbingung miteinander stehen. Jede beeinflusst die andere, jenseits linearer Zeit.

Ich habe unzählige solcher „wegen genau deshalb“‑Geschichten.

Und vielleicht ist das die eigentliche Frage: Warum erst im Rückspiegel staunen?

Was wäre, wenn wir schon jetzt – mittendrin– diese Sichtweise kultivieren würden?

Wenn wir Entscheidungen nicht nur aus Angst, Gewohnheit oder Vernunft treffen, sondern uns bewusst fragen:

Was möchte ich später einmal über genau diesen Moment sagen können? Welche Geschichte möchte ich erzählen?

Und deswegen habe ich den Mut gehabt.
Und deswegen bin ich geblieben.
Und deswegen bin ich gegangen.
Und deswegen habe ich meiner inneren Stimme vertraut.

Es gibt keine Garantie für ein schmerzfreies Leben. Aber wir können es bewusster gestalten.

Zu einem Leben, das nicht perfekt geplant, sondern präsent gelebt wird.

Denn jedes Heute ist der Rückblick von morgen.
Jede Entscheidung ein zukünftiges „und deswegen“.

Vielleicht beginnt genau hier die Gestaltung deines Lieblingslebens:
Nicht im großen Umbruch. Sondern im kleinen, wachen Moment.

Mit der Frage:

Wie will ich mich später an diesen Augenblick erinnern?

Das Leben wird nach vorne gelebt.
Und rückwärts verstanden.

Aber am besten ist es doch, wenn wir es so oft wie möglich selbst gestalten, Unser Lieblingsleben.

Wollen wir gemeinsam einen Blick in deinen Rüclspiegel werfen? Dann buch`dir eine kostenlose Schnupper-Séance. 

 

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charmanter Ratgeber mit fundiertem Wissen für mehr Klarheit, mehr Lebensfreude, mehr du und der chichi-lose Tacheles einer Frau, die sich von Sex & the City zu Desperate Housewives und dann in ihr Lieblingsleben gezappt hat.
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