Persönliche Entwicklung ist kein Privatvergnügen – sie verändert, was zwischen uns entsteht

Stell Dir vor, Du beschäftigst Dich mit Dir selbst und trägst dadurch zum gesellschaftlichen Wandel bei

Wir behandeln persönliche Entwicklung oft so, als wäre sie das Sahnehäubchen auf dem Leben. Ganz nett, wenn man gerade Zeit und Geld übrig hat.

Ein bisschen Coaching hier, ein Workshop da, vielleicht noch ein Persönlichkeitstest, damit man endlich weiß, welcher Typ Mensch man ist und warum man morgens lieber Kaffee als Matcha trinkt.

Aber mal ehrlich: Was bringt das eigentlich?

Wenn ich eine Weiterbildung mache, kann ich hinterher etwas besser.

Wenn ich eine neue Software lerne, kann ich sie bedienen.

Wenn ich eine Sprache lerne, kann ich mich im Urlaub verständigen, ohne auf die Speisekarte zu zeigen (obwohl, selbst das brauche ich in den Zeiten von Sprach-Apps ja nicht mehr…)

Aber wenn ich mich mit mir selbst beschäftige? Was kommt dabei konkret heraus? Wo ist der Nutzen?

Und überhaupt: Tut das wirklich Not?

 

Ich dachte mal, ich bräuchte eine Antwort. Bekommen habe ich eine Frage.

Ich habe selbst ziemlich lange gewartet, bevor ich Geld in meine eigene Entwicklung investiert habe. Nicht, weil ich grundsätzlich dagegen war. Ich fand Coaching durchaus interessant. Aber interessant ist eben noch lange nicht wichtig. Und ich bin eher so der Typ: ich schaff‘ das schon alleine… kennste auch oder?

Bis ich mit meinem Business an einem Punkt stand, an dem auch der Buchhalter sagte, dass es so nicht weitergehen konnte. Also habe ich die letzten Euro zusammengesucht und bin zu einer Coach gegangen.

Mit einer wunderbar konkreten Frage: „Kann ich überhaupt verkaufen?“

Ich wollte eigentlich ein Ja oder Nein. Bei Nein hätte ich aufgehört. Bei Ja hätte ich ein paar Quick-Tipps bekommen und dann hätte ich weitergemacht. Logisch, effizient, übersichtlich.

Nun, so lief es nicht.

Wir hatten die Verkaufsfrage ziemlich schnell geklärt und dann stellte sie mir Fragen, die überhaupt nichts mit Verkauf zu tun hatten.

Was willst Du eigentlich (hmmh, schließlich hatte ich einfach als Freelancer das angeboten, was ich im Konzern gemacht hatte aber wollte ich das tatsächlich oder war das einfach nur logisch und bekannt?)? Wie willst Du arbeiten (waaaas, ich kann sogar in Jeans gehen und das ist nicht unprofessionell?)? Was ist Dir wichtig (tatsächlich andere Dinge als 10 Jahre zuvor…)? Wie soll Dein Leben aussehen (ups, neue Lebensphase – wie kann ich die bewußt gestalten?)?

Bis ich kapierte, dass ich versucht hatte, ein Businessproblem zu lösen, während eigentlich eine viel größere Frage auf dem Tisch lag: Wie will ich es haben?

In diesem Moment begann meine Reise im Life Design, die bis heute weitergeht.

Mein Business hat sich verändert. Gottseidank. Sonst würde ich Dir das hier heute auch nicht aufschreiben… Aber noch viel mehr hat sich verändert, wie ich Entscheidungen treffe, wie ich mich sehe und was ich mir selbst überhaupt erlaube.

Ich habe für mich verstanden: Die Auseinandersetzung mit mir selbst ist keine zusätzliche Beschäftigung sondern quasi die Infrastruktur.

Du nimmst Dich ja schließlich überallhin mit hin

Du kannst Deinen Job wechseln, Deine Wohnung, Deine Frisur, Deinen Partner, Deine Visitenkarten und meinetwegen auch Dein Pilatesstudio aber eines nimmst Du zuverlässig mit:

Dich.

Mit Deinen Werten, Deinen alten Mustern, Deinen Vorstellungen davon, was man darf und was nicht, Deinen Stärken und Deinen blinden Flecken. Mit dem, was Du Dir zutraust und dem, was Du lieber gar nicht erst versuchst.

Und deshalb ist persönliche Entwicklung für mich irgendwann von „wäre vielleicht ganz interessant“ zu „eigentlich ziemlich relevant“ geworden. Und meinen Mann habe ich dabei gleich mitgenommen – der war nämlich noch eine härtere Nuss zu knacken als ich!

Doch wenn ich mich selbst nicht kenne, treffe ich trotzdem Entscheidungen – nur eben häufig nach den Vorstellungen anderer. Wenn ich meine Werte nicht kenne, kann ich sie nicht als Kompass nutzen, um zu bestimmen, ob ich für mich persönlich auf Kurs bin! Dann orientiere ich mich vielleicht an den Werten meiner Eltern, meines Umfelds, meines Arbeitgebers oder der Gesellschaft.

Wenn ich meine Grenzen nicht kenne, habe ich zwar vermutlich trotzdem welche, nur überschreite ich sie ziemlich regelmäßig. Dann sage ich Ja, obwohl ich Nein meine.

Und wenn ich nicht weiß, was ich will, dann entscheiden eben oft die Umstände für mich.

The big picture: reden wir über gesellschaftlichen Wandel

Wenn wir über gesellschaftlichen Wandel sprechen, den wir uns wünschen, denken wir erstaunlich ja generell eher an die großen Dinge: Politik, Gesetze, Wahlen, Reformen, Revolutionen. Große Bewegungen.

Und natürlich verändern diese Dinge Gesellschaften.

Aber wer ist denn eigentlich diese Gesellschaft?

Wir.

Du.

Ich.

Die Frau neben Dir im Büro, der Mann, der heute Morgen neben Dir im Stau stand, Deine Tochter, die Verkäuferin im Supermarkt, die Freundin, der Du heute Abend eine Sprachnachricht schickst.

Gesellschaft passiert nicht irgendwann irgendwo oben. Gesellschaft ist Kommunikation und Umgang zwischen Menschen.

Jeden Tag.

In Familien, Unternehmen, Freundschaften, Schulen, Nachbarschaften, Teams, Partnerschaften.

Und damit wird es nochmal sehr relevant, was in uns selbst passiert.

Denn wenn ich im Einklang mit mir selbst bin, dann bin ich eine Andere als die, die ständig über dem Limit ist und allzu oft meckert. Wenn ich mich selbst kenne, meine Werte kenne und weiß, was mir wichtig ist, gehe ich anders in Beziehungen.

Ich treffe andere Entscheidungen. Ich höre anders zu. Ich sage anders Nein. Ich übernehme vielleicht weniger Verantwortung für Dinge, die gar nicht meine sind, und mehr Verantwortung für die Dinge, die tatsächlich meine sind. Dann muss ich nicht mehr jedem gefallen. Ich kann einen Konflikt aushalten. Ich kann eine andere Meinung stehen lassen, ohne mich daran aufzureiben. Ich kann jemandem widersprechen, ohne ihn zum Feind zu machen. Und vielleicht kann ich sogar jemandem zuhören, mit dem ich überhaupt nicht einer Meinung bin.

Das ist jetzt keine Ghandi-Bewegung, vermutlich kriegst Du dafür kein Denkmal.

Aber genau das macht doch unser Zusammenleben aus, oder nicht?

Was wäre also, wenn persönliche Entwicklung nicht bei uns aufhört?

Ich komme ja immer gerne recht fröhlich daher: ohlàlà, Lieblingsleben, Glitzersocken und so. Tatsächlich ist es mir mit dem Lieblingsleben aus vielerlei Gründen aber ziemlich ernst.

Ein Lieblingsleben ist kein Egotrip und auch kein Ponyhof.

Dein Lieblingsleben beginnt bei Dir und wirkt über Dich hinaus.

Wenn Du Dein Leben stimmiger gestaltest, verändert sich auch Dein Umgang mit anderen.  Nicht immer zum Guten by the way, auch sehr reflektierte Menschen können ausgesprochen nervig sein. Aber so Eine bist Du ja nicht!

Wenn Du immer mehr weißt, wer Du bist und wofür Du stehst, musst Du weniger Energie darauf verwenden, eine Rolle zu spielen. Die Energie, die dabei frei wird, kannst Du woanders einsetzen. Für Deine Kinder, Deine Arbeit, eine Idee, ein Hobby, eine Freundin, für ein Projekt, das schon seit zwei Jahren auf Deiner mentalen Fensterbank sitzt und darauf wartet, dass Du es endlich mal ausprobierst, für Menschen und Engagements, die Dir wichtig sind und manchmal einfach dafür, zu genießen.

Das ist dann ein echter Return on Invest

Mehr über Dich zu wissen ist ganz nett, ein echter Mehrwert ist es aber, wenn Du ganz bei Dir bist in Deiner Haltung.

Klarer, stimmiger, selbstbewusster, ausgeglichener, eigenverantwortlicher und ganz sicher auch freier.

 

Und diese Haltung potenziert sich: Eine Frau, die weiß, was ihr wichtig ist, kann anders entscheiden. Zehn Frauen, die das tun, beeinflussen sich gegenseitig.

Hundert. Tausend. Millionen. Auf einmal wird aus etwas, das wir gerne als „Soft Skills“ verbuchen, eine ziemlich interessante gesellschaftliche Angelegenheit.

Mit jeder einzelnen Mini-Entscheidung, die Du jeden Tag in Deinem Alltag triffst.

Und je mehr Menschen lernen, bei sich zu sein, sich selbst ernst zu nehmen und ihr Leben nach ihren Werten zu gestalten, desto mehr verändert sich zwangsläufig auch das, was zwischen ihnen entsteht.

ICH → DU → WIR.

 

Das ist ziemlich viel Wirkung für etwas, das wir bisher so gerne als „persönliche Entwicklung“ und damit irgendwie als Privatvergnügen verbuchen.

Ich stelle Dir jetzt mal diese Frage zur Auseinandersetzung hierhin: „Was könnte sich verändern, wenn ich bei mir anfange?“

Denn gesellschaftlicher Wandel beginnt vielleicht viel näher, als wir denken.

 

Wenn Du Lust hast, diesen Gedanken nicht nur zu lesen, sondern mit anderen Frauen weiterzudenken und vor allem ins eigene Leben zu bringen, dann schau Dir den Lieblingsleben-Design-Circle an.

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